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Donnerstag, 9. September 2010
 
 
Die Krippe im Kinderzimmer PDF Drucken
Geschrieben von F Kalteich   
Mittwoch, 20. Dezember 2006
20061217_soschu_w05Mit diesem Titel führte die Sonntagsschule Oberheuslingen in diesem Jahr mit großem Erfolg ein Krippenspiel auf ihrer Weihnachtsfeier am 17.12.2006 auf. Die Mitarbeiter der Sonntagsschule und die Kinder hatten den Mut, sich mit einer ganz anderen Form eines Krippenspiels auseinanderzusetzen. Josef und ein Powerranger, Maria mit Barbie und Hirten die so allzu menschliche Bedürfnisse haben. So könnte man sich die Weihnachtsgeschichte vorstellen, wenn man mit den Augen der Kinder sieht. Wer richtig (!) aufgepasst hat, fand nicht nur ein großes Lob für die schauspielerischen Qualitäten der Kinder, sondern konnte die eigentliche Bedeutung von Weihnachten entdecken.

Sammy und Bekki haben Probleme ihr „Weihnachtsanspiel in Reimform“ auswendig zu lernen. So kann das doch damals auch nicht gewesen sein. Also träumen sie die Geschichte aus Sicht der Kinder, heute, im Jahr 2006. Da haben halt Weihrauch und Myrrhe nicht eine so große Bedeutung wie Gummibärchen, Luftballons und Teddybären.

Dazu ein paar Gedanken von Christel Bender:

Es wird sehr viel von den Hirten berichtet. Die Hirten waren damals Leute, die keine große Achtung in der Gesellschaft hatten. Das kommt im Stück auch gut rüber. Sie haben keine Freunde (außer vielleicht ihresgleichen: Hirten) und trauen sich noch nicht einmal in den Stall zu dem Jesuskind hinein. Jeder von uns hat bestimmt schon einmal mit den Hirten von heute zu tun gehabt. Da hat sich nichts geändert. Nur sind es heute keine Hirten, sondern Menschen, die vielleicht Ausländer sind, die Alkoholprobleme haben, die irgendwie nicht in unsere Gesellschaft passen.

Und genau diese Menschen sucht sich Gott aus um ihnen mitzuteilen, dass er ihnen und allen anderen Menschen ein großes Geschenk gemacht hat. Er schickt sie durch die Engel zum Stall von Bethlehem. Dort finden sie ein Baby, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.

Ich bin mir sicher, Gott hätte auch im Jahr 2006, wäre erst heute Jesus in diese Welt gekommen, nicht einen Ort aufgesucht, wo die Reichen und angesehenen Menschen leben. Er hätte wieder die Armen und Ausgestoßenen ausgewählt, mit denen wir nicht so gerne etwas zu tun haben. Doch zurück zu den Hirten.

Sie kommen also zu dem Stall, wissen noch gar nicht so recht, was das alles zu bedeuten hat, was der Engel ihnen da erzählt hat. Warum sprach er davon, dass nun alles anders wird, und dass dieses Kind die Welt verändern sollte? Doch kaum beim Stall angekommen, erfahren sie was das Wunder von Weihnachten ist.

Gott hat den Menschen ein Geschenk gemacht. Dieses Geschenk wird in Jesus sichtbar. Das möchte ich hier mit einem Geschenk, das ich mitgebracht habe etwas näher verdeutlichen. Niemand von euch weiß, was sich darin befindet. Und wenn es niemand öffnet, dann bleibt es auch ein Geheimnis, genauso wie es für die Hirten noch ein Rätsel war, was Gott den Menschen schenken wollte.

Doch wenn es geöffnet wird können wir sehen was sich darin befindet.
Gott schenkt uns:

L I E B E

Ja, das ist es was durch Gott in die Welt gekommen ist. Die Liebe! Und dieses Geschenk ist für alle die gedacht, die sich nach dieser Liebe sehnen, die sich unverstanden fühlen, die ausgestoßen und verachtet sind. Man muss das Geschenk (bildlich gesprochen) nur aufmachen. Das heißt im Fall der Weihnachtsgeschichte: Man muss das Angebot der Liebe Gottes an uns nur annehmen. Geht zu ihm hin in der Stille, macht euch bewusst was durch Jesus (besonders auch im Hinblick auf seinen Tod und seine Auferstehung) uns Menschen für eine Möglichkeit gegeben wurde wieder zu Gott zu kommen und nehmt das Angebot an, wenn es noch nicht geschehen ist.

Ja, und dann passiert noch etwas besonderes, was auch in dem Anspiel ganz deutlich wurde. Die Liebe, die von Gott geschenkt wird lässt niemanden unberührt. Sie kann nicht in einem Menschen bleiben ohne Kreise zu ziehen. Sie wird weitergegeben. Wir können ganz anders mit unseren Mitmenschen umgehen, egal ob sie uns nahe stehen oder nicht. Die Liebe, die unser Herz erfüllt, will weitergetragen werden.

Das erfahren auch die Hirten. Sie dürfen in den Stall und das Kind sehen. Maria und Josef nehmen sie an als Freunde. Sie werden sogar beschenkt ohne selbst etwas bringen zu können. Die Liebe, die von Gott her kommt, braucht keine Gegenleistung, sie wird uns einfach so geschenkt. Und darum können wir die Weihnachtsgeschichte auch einmal aus einer solchen kindlichen Sichtweise erzählen und uns daran freuen, wie wunderbar doch die Botschaft von Weihnachten ist. In einem Lied aus unserem Gesangbuch werden wir geradezu aufgefordert fröhlich, so wie heute geschehen, unser Christenleben zu leben. – Und dann kann man ruhig auch mit Lachen und mit Freude ein Weihnachtsanspiel der ganz anderen Art genießen.

 
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